Gute Ideen aus Wald

10.03.2018

Gute Ideen aus Wald

EU-Pilotprojekt Entwicklungsprozess zur nachhaltigen Sicherung der Lebensqualität angestoßen

Wald „Für 90 Gäste haben wir bestuhlt - ich hoffe, dass 60 kommen“, gibt sich Walds Bürgermeisterin Johanna Purschke noch zurückhaltend, was das Interesse der Gemeindemitglieder an dem angekündigten EU-Pilotprojekt „Lebensqualität durch Nähe“ angeht. Als sie schließlich aber in der restlos gefüllten Waldhalla etwa 120 Zuhörer begrüßt, sieht man ihr die Erleichterung an. Für eine knapp 1200 Einwohner zählende Gemeinde ist das ein beeindruckender Zuspruch.

Überhaupt fällt auf, dass sich viele hilfreiche Hände an der Ausgestaltung der Auftaktveranstaltung beteiligen. So empfing die Walder Jugendband, die sonst den Familiengottesdienst umrahmt, die Gäste mit Pop-Klassikern aus den 70er-Jahren. Vorbeschriftete Stellwände an den Seiten der Festhalle kündigten an, worum es an diesem Abend gehen soll: Gemeinschaft, Grundversorgung, Gesundheit, Wohnen, Mobilität, Kultur und Freizeit. Getränke und kleine Happen für den geselligen Teil waren angerichtet.

Sich in den Prozess einbringen

Mithin versäumte es Bürgermeisterin Purschke auch nicht, diesen nützlichen Einsatz für die Gemeinde hervorzuheben – besonders das Engagement des 14-köpfigen Vorbereitungsteams, das sich der Impulsveranstaltung auch inhaltlich angenommen hatte. Mit dem offiziellen Startschuss für das Projekt soll in den nächsten eineinhalb Jahren ein Entwicklungsprozess zur nachhal-tigen Sicherung der Lebensqualität angestoßen und begleitet werden.

Konkret gehe es darum, in Selbstorganisation das zu bewahren, was im Gemeindealltag selbstverständlich erscheine. Und dort, wo Versorgungsdefizite drohten, solle gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Dabei sei die Gemeinde auf die aktive Mithilfe möglichst vieler Bürger angewiesen. Unüberhörbar deshalb der Appell an die Walder, sich in den Prozess einzubringen und in den noch zu bildenden Arbeitskreisen mitzuwirken. An brauchbaren Vorschlägen zur Förderung der Lebensqualität vor Ort scheint jedenfalls kein Mangel zu bestehen. Schon nach kurzer Zeit fanden sich Dutzende Anregungen und Anliegen aus dem Publikum auf die Themenwände gepinnt. Sie betrafen den Erhalt des Lebensmittelladens ebenso wie den Wunsch nach einer Bücherei in Wald oder nach einer verbesserten ärztlichen und pflegerischen Versorgung. Die zahlreichen „Blitzlichter“ bekräftigten die Einschätzung von Bürgermeisterin Purschke: „Wir Walder haben immer gute Ideen“.

Viel Potenzial

Aus diesem Potenzial zu schöpfen, hat sich Projektbegleiterin Monica Settele von der Studiengesellschaft für Projekte zur Erneuerung der Strukturen – kurz SPES – vorgenommen. Ihre Präsentation brachte als Anregung zahlreiche Beispiele aus Gemeinden, die bereits Projekte zur Zukunftsfähigkeit erfolgreich angegangen haben.

Die gelernte Diplom-Pädagogin zeigte auf, wie man „gemeinsam den Lebensraum gestalten kann“. Dazu gelte es, Zukunftsbilder zu entwerfen: „Da wollen wir hin“.

Förderzuschlag erhalten

Die Gemeinde Wald, so Settele, ist bislang die erste und einzige Kommune in Bayern, die einen Förderzuschlag zum EU-Pilotprojekt „Lebensqualität durch Nähe“ erhalten hat. Aus dem Erasmus-Fördertopf fließen dazu für die Projektbetreuung gut 25 000 Euro an SPES, weitere knapp 10 000 Euro bringt die Gemeinde Wald ein. 

Mit Genehmigung der Allgäuer Zeitung – Autor und Fotograf: Herr Niederauer

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