Schön, schöner, Wald

16.10.2017

Schön, schöner, Wald

Siegerehrung Wie die Gemeinde als schönstes Dorf Schwabens geehrt wird. Auch bei der Abschlussfeier helfen alle zusammen

Wer von Rückholz Richtung Marktoberdorf fährt – oder umgekehrt, sieht es nach einer Kurve vor sich liegen: ein schmuckes Örtchen, eingebettet in saftig-grüne Wiesen und sanfte Hügel. Das Schild, das danach in Sicht kommt, überrascht bei dem Anblick kaum: „Grüß Gott in der Gemeinde Wald, schönstes Dorf in Schwaben“, heißt es da. Denn so darf sich der 1180-Seelen-Ort seit Sommer nennen, weil er den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – unser Dorf soll schöner werden“ auf Bezirksebene gewonnen hat. Am Samstag fand nun die Siegerehrung in der WaldHalla statt, der großen Veranstaltungshalle in Wald, deren Bestehen, wie berichtet, auch zum Sieg beitrug.

Seit über 50 Jahren gibt es den Dorfwettbewerb bereits. Seither haben zehntausende Bürger mit angepackt und Veränderungen in ihren Dörfern umgesetzt. Im Ostallgäu setzten sich heuer auf Kreisebene Osterzell und Wald durch und durften am Bezirksentscheid teilnehmen. Am Ende stand Wald als strahlender Sieger da – und versucht im kommenden Jahr, auch beim bayerischen Landesentscheid die Nase vorn zu haben. „Da müssen wir uns jetzt zusammensetzten und schauen, was wir noch besser machen können“, sagt Bürgermeisterin Johanne Purschke.

Sichtlich stolz auf ihr Dorf zeigte sich Purschke bei der Siegerehrung. Auch für die Abschlussfeier haben wieder alle zusammen geholfen: Musikkapelle und Kirchenchor sorgten für die musikalische Untermalung, der Gartenbauverein für eine herbstliche Dekoration. Die Feuerwehr übernahm die Aufsicht über den Parkplatz. Genau dieses Miteinander ist einer der Gründe, warum sich die Jury unter Leitung von Dr. Wolfgang Besener vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Augsburg für Wald als Sieger entschied: „Die Gemeinde überzeugt durch intensives und starkes Engagement der Dorfgemeinschaft“, heißt es dazu im Abschlussbericht.

Aber nicht nur das. Wald schnitt bei allen fünf Kriterien gut ab. Zum Bewertungsrahmen gehörten Entwicklungskonzepte für wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, die Bau- und Grüngestaltung sowie die Einbettung des Dorfes in die Landschaft, erklärte Beseners Kollegin Maria Theresia Fugger. Ein Gebäude, das die Jury dabei besonders überzeugte, ist die WaldHalla. Dort nämlich finden sowohl sportliche als auch kulturelle Veranstaltungen statt, und die Vereine kümmern sich um viele Dinge wie etwa die Reinigung in Eigenregie.

Das Dorfprofil schärfen

Landrätin Maria Rita Zinnecker freute sich über den Walder Sieg und betonte, wie wichtig es sei, die Heimat zu erhalten, das Dorfprofil zu schärfen und eine Identität zu schaffen und weiterzuentwickeln. Zur Ehrung kamen aber nicht nur Walder und Ostallgäuer. Auch Vertreter der Gemeinden, für die es nicht ganz reichte, waren dabei. Bronze ging an die nordschwäbischen Gemeinden Schorn, Ellgau und Amerbach, Silber holten sich Osterzell und Ollarzried. Gestratz aus dem Kreis Lindau darf sich zwar nicht „schönstes Dorf in Schwaben“ nennen, bekam aber ebenfalls Gold und ist – wie Wald – 2018 beim Landesentscheid vertreten.

Gewonnen haben ohnehin alle, die mitgemacht haben, betonte Josef Gediga, Vizepräsident der schwäbischen Regierung. Denn schon die Teilnahme stärke das Wir-Gefühl in den Dörfern und führe dazu, gemeinsame Aktionen anzugehen und Konzepte umzusetzen.

Gefehlt hat bei der Abschlussfeier eigentlich nur einer: Bayernkönig Ludwig II., der die Jury bei der Ortsbegehung im Juli noch königlich per Pferdekutsche in Wald empfangen hatte. Der Darsteller, so sagte die Bürgermeisterin schmunzelnd, habe sich schon in den Urlaub verabschiedet. Dort kann er sich aber auf seine Rückkehr in Schwabens schönstes Dorf freuen.

Großer Jubel in Wald: Regierungsvizepräsident Josef Gediga (links) und Ulrich Pfanner, Vorsitzender des schwäbischen Bezirksverbandes für Gartenbau und Landespflege (rechts), überreichen die Urkunde an Bürgermeisterin Johanna Purschke und den Zweiten Bürgermeister Magnus Grimm.

Großer Jubel in Wald: Regierungsvizepräsident Josef Gediga (links) und Ulrich Pfanner, Vorsitzender des schwäbischen Bezirksverbandes für Gartenbau und Landespflege (rechts), überreichen die Urkunde an Bürgermeisterin Johanna Purschke und den Zweiten Bürgermeister Magnus Grimm.

Von Simone Härtle

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